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Kirche, Kultur und Brauchtum (Cyrkej, kultura a nałožki)

Mit der großen Völkerwanderung siedelten sich im 6. Jh. verschiedene slawische Stämme zwischen Oder/Neiße (Wódra/Nysa) und Saale/Elbe (Solawa/Łóbjo), zwischen Erzgebirge (Rudne horiny) und Ostsee (Baltiske morjo) an. Zu diesen westslawischen Stämmen zählten die Milzener (Milčenjo) und Lusizer (Łužičenjo) in der heutigen Ober- und Niederlausitz (Hornja a Delnja Łužica), als deren Nachfahren sich die Sorben verstehen.

Die Sorben nennen sich in der Oberlausitz (Hornja Łužica) "Serbja" und in der Niederlausitz (Delnja Łužica) "Serby". In der deutschsprachigen Eigenbezeichnung wird neben dem Begriff Sorben auch der Begriff "Wenden" benutzt. Beide Begriffe gehen auf die lateinischen Bezeichnungen Sorabi und Veneti zurück.

Kultur und Geschichte der Oberlausitz sind im besonderem Maße mit den Sorben verbunden. Dieses kleinste slawische Volk hat sich bis heute seine Sprache und Brauchtum in einer deutschen Umgebung erhalten. So erfolgt die öffentliche Beschilderung im sorbischsprachigen Siedlungsgebiet zweisprachig. Besonders der Brauch des Osterreitens (Křižerjo) ist zu einem Ereignis von überregionalem Interesse geworden.

Foto: Fronleichnam, Nebelschütz, Juni 2004, radyserb